Tier-2-GEOs gelten oft als Mittelweg zwischen teuren, stark umkämpften Märkten und günstigem Traffic. Die Einstufung eines Landes als Tier 2 bedeutet jedoch nicht, dass Werbung dort automatisch rentabel ist. Das Ergebnis hängt vom konkreten GEO, dem Angebot, der Werbeplattform, den Werbemitteln, der Zielgruppe und der Vorbereitung des Tests ab.
In diesem Artikel betrachten wir, welche Länder häufig zu Tier 2 gezählt werden, warum diese Märkte für Werbetreibende interessant sind und was vor dem Kampagnenstart geprüft werden sollte.
Welche Länder gehören zu Tier 2?
Es gibt keine allgemein verbindliche Liste der Länder für jede Tier-Stufe. Verschiedene Teams und Werbeplattformen können denselben Markt unterschiedlich einordnen. Mit Tier 2 sind üblicherweise Märkte gemeint, in denen Traffic-Kosten und Wettbewerb häufig niedriger als in vielen Tier-1-Märkten sind, während die Zielgruppe eine gewisse Kaufkraft besitzt und digitale Dienste aktiv nutzt.
Zu den häufig genannten Beispielen gehören:
- Polen;
- Tschechien;
- Portugal;
- Griechenland;
- Rumänien;
- Mexiko;
- Brasilien;
- die Türkei;
- Malaysia;
- die Vereinigten Arabischen Emirate.
Diese Liste ist keine feste Regel. Selbst innerhalb desselben Landes können sich Traffic-Kosten und Wettbewerb je nach Werbeplattform und Branche erheblich unterscheiden. Nutzen Sie die Tier-Einstufung daher als Ausgangspunkt für eine Marktanalyse, nicht als fertige Entscheidung. Mehr über die allgemeine Vorgehensweise erfahren Sie im Beitrag Wie man ein GEO für Traffic-Arbitrage auswählt.
Warum ist Tier 2 für Werbetreibende interessant?
In vielen Tier-2-Märkten kann sich ein günstiges Verhältnis von Traffic-Kosten, Wettbewerb und Zielgruppengröße ergeben. Mit demselben Testbudget lassen sich dort unter Umständen mehr Klicks und Conversion-Daten sammeln als in manchen Tier-1-Ländern. Zugleich kaufen Nutzer in diesen Märkten online ein und verwenden digitale Dienste.
| Faktor | Bedeutung für den Kampagnenstart |
|---|---|
| Traffic-Kosten | Im Vergleich zu manchen teuren Märkten können mit demselben Budget mehr Daten gesammelt werden. |
| Wettbewerb | Er hängt vom konkreten GEO und der Branche ab. Günstiger Traffic bedeutet nicht automatisch wenig Wettbewerb. |
| Zielgruppengröße | Einige Märkte bieten Raum, um erfolgreiche Kampagnen später zu skalieren. |
| Kaufkraft | Der Preis des Angebots muss zur Zahlungsbereitschaft der lokalen Zielgruppe passen. |
| Lokalisierung | Sprache, Währung, Werbemittel und Landingpage sollten zum jeweiligen Markt passen. |
| Zahlungen | Lokale Zahlungsmethoden und die Bezahlung der Werbeausgaben sollten vorab geprüft werden. |
1. Nicht nur auf den Traffic-Preis achten
Ein niedriger CPC kann attraktiv wirken, garantiert aber für sich genommen keinen Gewinn. Für eine Entscheidung sollten Sie die gesamte Wirtschaftlichkeit betrachten:
- Kosten pro Klick (CPC);
- Conversion-Rate der Landingpage (CR);
- Kosten pro gewünschter Conversion (CPA);
- Erlös pro Conversion;
- Rückerstattungen, abgelehnte Leads und weitere Kosten;
- Gewinn und Return on Investment (ROI).
Wenn günstige Klicks nicht zu Käufen oder anderen gewünschten Handlungen führen, kann ein Markt mit höherem CPC am Ende das bessere Ergebnis erzielen.
2. Preiswerteren Traffic zur Datensammlung nutzen
Ein Vorteil mancher Tier-2-Märkte besteht darin, dass sich mit einem begrenzten Budget mehrere Hypothesen testen lassen. Damit die Tests verwertbare Erkenntnisse liefern, sollten Sie vorab festlegen:
- welches Angebot und welche Zielgruppe getestet werden;
- welche Werbemittel und Botschaften verwendet werden;
- welches Budget für jedes GEO vorgesehen ist;
- ab welcher Datenmenge die Ergebnisse bewertet werden;
- anhand welcher Kennzahlen eine Kampagne gestoppt oder optimiert wird;
- wie das Budget bei guten Ergebnissen schrittweise erhöht wird.
Wer zu viele Länder gleichzeitig startet, sammelt möglicherweise für keinen einzelnen Markt ausreichend Daten. Mit wenigen klar getrennten GEO-Tests lassen sich die Ergebnisse leichter auswerten.
3. Tier 2 nicht als einheitliche Zielgruppe betrachten
Länder derselben Tier-Stufe können sich bei Sprache, Kaufgewohnheiten und Reaktionen auf Werbung stark unterscheiden. Prüfen Sie für jedes GEO mindestens:
- Sprache und übliche Formulierungen;
- Preis des Angebots und lokale Währung;
- Nutzung von Mobilgeräten und Desktop-Computern;
- beliebte Werbeplattformen;
- Botschaften und Angebote lokaler Wettbewerber;
- kulturelle Eignung der Werbemittel;
- Sprache und Vertrauenswürdigkeit der Landingpage;
- gängige Zahlungsmethoden;
- lokale Regeln für Werbung und das beworbene Produkt.
Es reicht möglicherweise nicht aus, denselben Anzeigentext lediglich zu übersetzen und in mehreren Ländern einzusetzen. Auch Bilder, Beispiele, Preise und hervorgehobene Produktvorteile sollten zum jeweiligen Markt passen.
4. Testergebnisse anhand derselben Kennzahlen vergleichen
Wer das beste GEO allein anhand des CPC bestimmt, kann zu einem falschen Schluss kommen. Die folgenden Zahlen dienen nur als Rechenbeispiel:
| Kennzahl | GEO A | GEO B | GEO C |
|---|---|---|---|
| CPC | 0,25 $ | 0,40 $ | 0,30 $ |
| Conversion-Rate | 3 % | 4,5 % | 2 % |
| Kosten pro Conversion | 8,33 $ | 8,89 $ | 15,00 $ |
| Erlös pro Conversion | 14,00 $ | 16,00 $ | 18,00 $ |
| Differenz pro Conversion | 5,67 $ | 7,11 $ | 3,00 $ |
In diesem Beispiel hat GEO B den teuersten Klick, aber die größte Differenz zwischen Erlös und Akquisitionskosten pro Conversion. Für echte Entscheidungen sind ausreichend Daten nötig; außerdem müssen alle Kosten und die Qualität der Leads berücksichtigt werden.
5. Marktgröße und Skalierungsmöglichkeiten prüfen
Ein kleiner Markt kann bei einem ersten Test gute Ergebnisse liefern, während die erreichbare Zielgruppe schnell ausgeschöpft ist. Überlegen Sie bereits vor einer Skalierung:
- Wie groß ist die potenzielle Zielgruppe?
- Wie schnell verliert dieselbe Werbebotschaft ihre Wirkung?
- Wie verändern sich CPC und CPA bei höherem Budget?
- Lassen sich die Ergebnisse mit neuen Werbemitteln oder Zielgruppen halten?
Ein rentabler Test mit geringem Budget und stabile Ergebnisse bei hohen Ausgaben sind zwei verschiedene Dinge. Erhöhen Sie das Budget schrittweise und beobachten Sie die Kennzahlen.
6. Zahlungsabläufe vorbereiten
Vor dem Start sollten Sie sowohl die Zahlungsgewohnheiten der Kunden als auch die Bezahlung Ihrer Werbeausgaben berücksichtigen. Fehlen auf der Landingpage Zahlungsmethoden, die lokale Nutzer bevorzugen, kann dies Conversions kosten.
Wer mit mehreren GEOs oder Werbekonten arbeitet, muss möglicherweise Karten, Währungen und Ausgaben getrennt verwalten. Dienste für virtuelle Karten wie Pay2.House können dabei helfen, diese Abläufe zu organisieren. Prüfen Sie vor dem Einsatz einer Karte auf einer bestimmten Werbeplattform deren aktuelle Zahlungsanforderungen und die Eignung der Karte.
Wann lohnt sich ein Test in Tier 2?
- Sie kennen die Wirtschaftlichkeit Ihres Angebots und den tragbaren CPA.
- Für jedes GEO ist ein eigenes Testbudget festgelegt.
- Werbemittel und Landingpages können lokalisiert werden.
- Conversions und andere wichtige Kennzahlen lassen sich zuverlässig messen.
- Es gibt einen Plan, wie die Kampagne anhand erster Ergebnisse verbessert wird.
Wählen Sie ein Land nicht allein deshalb aus, weil es auf einer Tier-2-Liste steht. Entscheidend ist, ob der konkrete Markt zu Ihrem Angebot und Ihrer Zielgruppe passt.
Tier 1 und Tier 2: die wichtigsten Unterschiede
| Faktor | Tier 1 | Tier 2 |
|---|---|---|
| Traffic-Kosten | Meist höher | In vielen Fällen moderat |
| Wettbewerb | Oft intensiv | Abhängig von GEO und Branche |
| Kaufkraft | Häufig hoch | Deutliche Unterschiede zwischen den Ländern |
| Testkosten | Oft ist ein höheres Budget nötig | Auf manchen Märkten ist ein Einstieg mit geringerem Budget möglich |
| Lokalisierung | Wichtig | Ebenso wichtig; die Märkte unterscheiden sich stark |
| Skalierung | Große Märkte können mehr Raum bieten | Abhängig von Größe und Ergebnis des konkreten Marktes |
Mehr über die Bedingungen in Tier-1-Märkten erfahren Sie im Beitrag Tier-1-GEO: Welche Länder dazugehören, warum Traffic teurer sein kann und was vor dem Start wichtig ist.
Fazit
Tier 2 ist für Werbetreibende vor allem deshalb interessant, weil sich auf einzelnen Märkten ein anderes Verhältnis zwischen Traffic-Kosten, Wettbewerb und Zielgruppengröße finden lässt. Manchmal kann ein Team mit seinem Testbudget mehr Daten sammeln und Potenzial für eine spätere Skalierung erkennen.
Das Ergebnis hängt jedoch weiterhin vom konkreten GEO, der Plattform, der Branche, dem Angebot, den Werbemitteln und der Zielgruppe ab. Tier 2 sollte deshalb als erste Orientierung für eine Liste möglicher Märkte dienen.
Berechnen Sie vor dem Start die Wirtschaftlichkeit des Angebots, wählen Sie konkrete GEOs aus, bereiten Sie die Lokalisierung vor, legen Sie Bewertungskriterien für den Test fest und organisieren Sie die Zahlungsabläufe. So basiert die Entscheidung über die Fortsetzung oder Skalierung einer Kampagne auf tatsächlichen Testergebnissen statt allein auf der Tier-Zuordnung eines Landes.
كن أول من يشارك رأيه!
نقدّر ملاحظاتك — شاركنا أفكارك.